Dank Barefoot bekommt der Ausdruck "Sofa-Tölter" eine ganz neue Bedeutung!
Die Idee zum baumlosen Reiten kam nicht von mir, sondern von einer Freundin. Die reitet ihre Stuten selten und kämpft dann regelmäßig mit deren Gewichtsschwankungen. Dort schien er ideal zu passen. Nach ein bisschen Grübeln kam ich denn auch endlich auf den Gedanken, dass für meinen damals dreiundzwanzig Jahre alten Isländer ein baumloser Sattel vielleicht auch eine gute Lösung sein könnte - der alte Crates-Distanzsattel passte nicht mehr gut, da Vinur altersbedingt einen leichten Senkrücken bekommen hatte. Zu allem Überfluss stolperte ich auch noch über den "Simply Red", und somit stand mein Entschluss fest - der Sattel musste her!
Bestellt, zusammengebaut und ausprobiert - ein Unterschied wie Tag und Nacht. Vinur wölbte den Nacken, hob den Rücken und töltete in feinster Weise durchs Genick - bis heute. Er ging zwar vorher schon immer taktklar und ohne erkennbare Verspannungen, aber mit dem neuen Sattel merkte ich erst einmal, was mir in den Jahren zuvor entgangen war! Die Traversalen kommen fließender denn je, mit durchgehend gebogener Wirbelsäule, Gewichtshilfen sind nur noch zu denken, und siehe da, selbst im Galopp springt er jetzt auch im langsamen Tempo durch (er ist ein Fünfgänger mit sehr starker Passveranlagung). Zudem passt der Sattel perfekt zum Nikolauskostüm (siehe Foto)
Ebenso schön das Erlebnis mit Ninja, einer Aegidienbergerstute, die eines Tages nach längerer Reitpause sehr heftig im Gelände wurde und kaum noch zu halten, vor allem nicht, wenn man sich tiefer in den Sattel setzte. Tatsächlich hatte sich ihr Rücken durch Trächtigkeit und Diät soweit verändert, dass ihr alter Sattel nicht mehr richtig lag. Also auch hier: Barefoot darauf (sieht auf einem pechschwarzen Pferd auch richtig schick aus, siehe Fotos). Seitdem läuft sie immer noch fleißig, aber entspannt, lässt sich bei der Bahnarbeit durch Anspannenden der Pobacken lenken und töltet von langsam bis schnell übergangslos gleich locker und taktklar, von schnell nach langsam müssen wir noch üben, da macht oft ihr ausgeprägter Eigensinn einen Strich durch die Rechnung (sie galoppiert auch sehr gerne) - das hat mit dem Sattel nichts zu tun!
Ich bin zwar nach wie vor skeptisch, was die Eignung von baumlosen Sätteln für Wander- und Distanzritte angeht, aber ich muss sagen, dass es so schwer geworden ist, einen guten Sattler und dementsprechend einen passenden Sattel zu finden, dass ich inzwischen jedem empfehle, sein Pferd lieber baumlos zu reiten anstatt mit einem nur halbwegs passendem Sattel.
Daher: Daumen hoch!
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